Veranstaltungskalender

21.05.2022

Nach allen Ausfällen: Ein "Frühlings-WO" - J. S. Bach, Weihnachtsoratorium, Kantaten I - III

Ausführende: Bachchor Ilmenau, Weimarer Barockensemble, Elisabeth Schmeißer - Sopran, Marie Bieber - Alt, Kristian Sörensen - Tenor, Oliver Luhn - Bass
Leitung: Hans-Jürgen Freitag

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Im Jahr 2021 war das Weihnachtsoratorium schon zum zweiten Mal ausgefallen.

Wir wollten es nicht dabei belassen, sondern dem Corona-Virus eine Nase drehen und hatten uns zu dem Standpunkt durchgerungen „Trotzdem ,Jauchzet, Frohlocket‘! Wer sagt denn, dass Jesus Christus ausgerechnet am 25.12. geboren ist? Die Chance, dass es der 21. Mai gewesen ist, ist genauso groß.“

So weit, so launig, so gut. Jetzt, allerdings, unter dem Eindruck des Krieges in unserer unmittelbaren Nachbarschaft geht das irgendwie nicht mehr. Es stellen sich mir ganz andere Fragen: Wie kann ich jauchzen und frohlocken, wenn in einer Entfernung von nur 1000 Kilometern Menschen erschossen werden? Wie kann ich in den Jubel der Engel einstimmen Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden? Wie kann ich diese Musik des Glücks aufführen in Zeiten wo ein Gespräch über Bäume schon fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt“? (B. Brecht) Es sind finstere Zeiten“, wie Brecht schreibt und das Leid und die Bedrohung sind nahe gerückt. Man kann den Schrecken nicht mehr ohne Weiteres fortschieben, so wie wir es doch sonst gewöhnt sind. Kann man trotzdem jauchzen?
Die Geschichte der Geburt Jesu mutet zwar manches Mal an, wie die Geschichte eines großen Herrn und starken Königs und so wird sie ja von uns auch gern interpretiert. Auf der Seite der Macht und Stärke lebt es sich bequem und komfortabel. Aber die andere Wirklichkeit der Weihnachtsgeschichte reicht ja viel tiefer in unsere Wirklichkeit.
Dass hier ganz zart und unheroisch der Friedefürst zur Welt kommt, der in seinem irdischen Leben ja vordergründig sogar scheitern wird, ist eine Zumutung an unsere Weltsicht. Wo ist denn Frieden? Es sind doch finstere Zeiten! Und doch ist diese zarte Pflänzchen auf Erden kommen arm, schwer zu glauben, aber letztlich einziger gültiger Ausdruck unserer Hoffnung. Jauchzet, frohlocket“ nicht weil das so offensichtlich ist mit dem Friedefürsten, sondern weil der dünne, schwer zu glaubende Glaube daran, dass diese Friedenshoffnung sich erfüllt, unser Fundament ist - die einzige Alternative zu Panzern und Kriegsgetrommel.

Hans-Jürgen Freitag, Anfang März 2022

Kartenvorverkauf in der Ilmenau-Information: 22 und 18 €, Abendkasse: 24 und 20 €,
SchülerInnen und Studierende 10 € (2. Empore), freier Eintritt für Geflüchtete
19:30 Uhr

St. Jakobuskirche Ilmenau

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Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6, 37

Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen